Jeder dritte Unternehmer über 60 hat Nachfolge noch nicht geregelt zurück
Veranstaltung „Unternehmensnachfolge“ in der Raiffeisenlandesbank OÖ
Veranstaltungsübersicht
|
Wann und Wo?6. September 2010 Raiffeisenlandesbank Oberösterreich |
Zusatzinformationen
In Oberösterreich gibt es pro Jahr rund 1000 Unternehmen, die erfolgreich in die nächste Generation übergeben werden müssen. Mit welchen Herausforderungen dabei die Übergeber und die Übernehmer konfrontiert werden, darüber informierten sich am Montagabend mehr als 260 Gäste bei der Veranstaltung „Unternehmensnachfolge – bestens betreut in die nächste Generation“ im RaiffeisenForum der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich in Linz.
KMU tragen Wirtschaftsleistung in den Regionen
„Wenn wir es nicht schaffen, die anstehenden Unternehmensübergaben erfolgreich über die Bühne zu bringen, dann führt das nicht nur zu Problemen für die Wirtschaft im Allgemeinen, sondern das belastet insbesondere die Regionen und den Arbeitsmarkt“, betonte Ludwig Scharinger, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ, bei seinem Eingangsstatement. Denn die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zeigen sich vor allem in den ländlichen Regionen für den wirtschaftlichen Erfolg verantwortlich.
„Arbeit zu den Menschen bringen“
Bei einer Gegenüberstellung der Einwohner und Erwerbstätigen in Relation zu den KMU in den einzelnen Bezirken Oberösterreichs verdeutlichte Scharinger, dass es für die Zukunft eine wichtige Aufgabe sei, die Unternehmen in den ländlichen Regionen zu erhalten. „Wir müssen die Arbeit noch stärker zu den Menschen bringen, um einerseits die Ballungsräume nicht zu überlasten und andererseits um das Pendeln einzuschränken“, so Scharinger.
Nachfolge-Service von Raiffeisen OÖ
Mit ihrem Nachfolge-Service begleitet die Raiffeisenbankengruppe OÖ Übernehmer und Übergeber und holt dabei für ihre Kunden die meisten Förderungen ab. Zudem werden von Raiffeisen OÖ alle Nachfolgemodelle begleitet – das ist einzigartig in Oberösterreich:
- Management By Family (Übergabe innerhalb Familie)
- Management Buy Out (Übernahme durch Mitarbeiter und bestehendes Management)
- Management Buy In (Übernahme durch externes Management)
„Eine Übernahme geht nicht von heute auf morgen. Da braucht es eine genaue Vorbereitung und Durchführung, bei der unsere Spezialisten beratend zur Seite stehen“, so Scharinger.
market-Studie zeigt Nachfolge-Problematik auf
Wie groß die Nachfolge-Problematik in Oberösterreich tatsächlich ist, zeigt auch eine von der Raiffeisenlandesbank OÖ in Auftrag gegebene Studie: 35 Prozent der oberösterreichischen Unternehmer über 60 haben ihre Nachfolge noch nicht geregelt. „Das ist eine alarmierende Ziffer“, waren sich Ludwig Scharinger und Werner Beutelmeyer vom Marktforschungsinstitut market, der die Studie durchführte, einig.
Großteil der Nachfolgen innerhalb der Familie
Beutelmeyer verglich die Unternehmensübergabe und -übernahme bei der Präsentation der Studienergebnisse mit einem Staffellauf: „Übernehmer und Übergeber müssen in Form sein, beide müssen laufen, um keine Zeit zu verlieren. Und auch der Zeitpunkt der Übergabe ist entscheidend“, so Beutelmeyer. Er verwies darauf, dass laut Studie 86 Prozent der Nachfolger aus der eigenen Familie stammen und 71 Prozent der Übergeber mit der gefundenen Lösung sehr zufrieden sind.
Viele Unternehmer wollen nicht loslassen
Jeder zweite Befragte gab an, dass die Frage der Nachfolge ein wichtiges Thema sei, wobei es zwei entscheidende Gründe gibt, warum diese so schwierig zu regeln ist: Erstens sind viele Unternehmer noch nicht bereit, ihren Betrieb in neue Hände zu geben. Zweitens geben viele an, noch keine geeignete Nachfolge gefunden zu haben.
Anhand der Untersuchung belegte der Studienautor auch, wie wichtige die rechtzeitige Nachfolgeregelung für die heimische Wirtschaft im Gesamten ist: „Jedes fünfte Unternehmen ist in seiner Existenz gefährdet, wenn die Nachfolge nicht entsprechend geregelt wird“, so Beutelmeyer.
Übernehmer sichern Arbeitsplätze
Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl gab den anwesenden Übergebern und Übernehmern hilfreiche Tipps mit auf den Weg und machte mit seinem Statement Mut: „Die Freude des selbstständigen Gestaltens ist durch nichts ersetzbar. Die Betriebsnachfolge ist ein Thema mit Zukunftsperspektive: 10.000 Arbeitsplätze werden jährlich durch Übernehmer gesichert und weitere 10.000 durch Unternehmensgründer geschaffen“, so Leitl, der Raiffeisen Oberösterreich für das einzigartiges Engagement in diesem Bereich lobte.
Innovation durch eine neue Generation
„Ein Unternehmen muss ein Angebot an die nächste Generation sein. Man darf nicht erst übergeben, wenn man sich selbst zu alt fühlt“, so der WKO-Präsident.
Dass es im Schnitt, wie Marktforscher Beutelmeyer betonte, fünf Jahre braucht, um die Betriebsnachfolge zu vollziehen, ist für Leitl nicht nachvollziehbar. In dieser Zeitspanne müsse bereits das Interesse beim Nachfolger geweckt, eine neue Perspektive gefunden und erste begleitende Schritte gesetzt werden. Hilfreich sei dabei die Betreuung und Begleitung durch externe Spezialisten wie Steuerberater, Rechtsanwälte und die Hausbank. „Denn die Übernahme ist eine Integrations- und Organisationsleistung. Vor allem aber ist ein Generationenwechsel verbunden mit Innovation“, so Leitl.
