21. Raiffeisen Sicherheitspreis verliehen

Sobotka: „Dazu beitragen, dass die Gesellschaft hin- und nicht wegsieht“

„Wenn man Österreich und Oberösterreich international vergleicht, müsste man sagen, es ist das sicherste Land, wo man nur leben kann. Das Gefühl der Menschen ist aber ein anderes, wobei hier auch die Emotion eine starke Rolle spielt. Deshalb wollen wir gemeinsam mit der Bevölkerung an dieser Sicherheitslage arbeiten“, sagte Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka bei seiner Festrede Mittwochabend anlässlich der Verleihung des 21. Raiffeisen Sicherheitspreises in der Raiffeisenlandesbank OÖ. Dieser Preis wurde an 11 couragierte Personen verliehen, die mit ihrem Verhalten zur Verhinderung oder Aufklärung von Verbrechen beigetragen haben. In der Podiumsdiskussion mit Sobotka, der Journalistin und Nahost-Expertin Dr. Karin Kneissl sowie Landespolizeidirektor Andreas Pilsl wurde darüber hinaus die internationale Sicherheitslage sowie deren Auswirkung auf unser Land erörtert. 
 

Sicherheitsgefühl auch emotional beeinflusst

Oberösterreich hat eine der höchsten Aufklärungsraten bei Delikten. „Nach diesen Maßstäben wäre es mit der Sicherheitslage hervorragend bestellt“, betonte der Innenminister. Trotzdem gebe es bei den Menschen manchmal Sorge und Angst, etwa wenn sie gewisse öffentliche Plätze betreten. „In den vergangenen Jahrzehnten hat sich ein neues Sicherheitsgefühl breit gemacht. Das Gefühl ist eines, das auch von Bildern, von Emotionen, von Wahrnehmungen, von Erzählungen und auch von Irritationen begleitet wurde.“ Vor allem Bilder aus den Jahren 2014 und 2015 hätten in besonderem Maße erschreckt.
 

Plattform „Gemeinsam sicher“

Wo immer man um Sicherheit bemüht sei, müsse zuerst die Rechtstaatlichkeit gesichert sein. Sicherheit gehe darüber hinaus alle an. „Wir sind auch auf die Mithilfe und auf die Mitarbeit der Bevölkerung angewiesen. Mit ‚Gemeinsam sicher‘ wurde im vergangenen Jahr eine neue Plattform geschaffen, um für die Sicherheitslage die richtigen Maßnahmen zu setzen. Sie soll dazu beitragen, dass die Gesellschaft hin- und nicht wegsieht“, meinte Sobotka. Denn durch die Demografie, die Digitalisierung und die Migration bestünden viele Herausforderungen.
 

Sorge um internationale Sicherheitslage

Die internationale Sicherheitslage sei derzeit angespannt, so der Tenor in der Podiumsdiskussion. Aus dem Nahen Osten könne man Europa zu Fuß erreichen, meinte beispielsweise die Journalistin und Nahost-Expertin Karin Kneissl. Die Situation habe sich insgesamt verschärft. „Wir spüren jetzt verstärkt die faktische Kraft des Geographischen“, meinte Kneissl, die auch darin, wie sich der Terror entwickelt hat, eine bedrohliche Entwicklung sieht. „Wobei es der hervorragenden polizeilichen und nachrichtendienstlichen Arbeit zu verdanken ist, dass viele Terroranschläge vereitelt wurden“, so die Nahost-Expertin. Derzeit gilt ihre größte Sorge der aktuellen Entwicklung in der Türkei.
 

Verstärkte Unterstützung aus der Politik für die Polizei

„Die Bedrohungsszenarien verändern sich derzeit sehr schnell. Wir passen unsere Arbeit etwa mit Antiterrorübungen gut an, um entsprechend gerüstet zu sein“, so Oberösterreichs Landespolizeidirektor Andreas Pilsl. Aber auch spezielle regionale Probleme werden sehr individuell angegangen: „Wir stellen aktuell eine 80 Mann starke Unterstützungstruppe für den gesamten Zentralraum im Sinne einer mobilen Einheit auf, die sich um spezielle Brennpunkte wie öffentliche Plätze kümmert.“ Erfreulich ist laut Pilsl, dass das Thema Sicherheit verstärkt wahrgenommen werde. „Man spürt die Unterstützung, die es über viele Jahre in diesem Ausmaß nicht gegeben hat. Wir haben im parlamentarischen Prozess Dinge im Laufen, die wir uns über viele Jahre gewünscht haben und die jetzt umgesetzt werden. Hier wird jetzt viel angepackt und es geht relativ rasch voran.“
 

Rahmenbedingungen haben sich verändert

Die Zusammenarbeit zwischen Exekutive und der Bevölkerung sei besonders wichtig. Daher verdienen es couragierte Bürger, die zur Verhinderung oder Aufklärung von Straftaten aktiv beigetragen haben, im besonderen Maße ausgezeichnet zu werden, betonte Dr. Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ, bei seinem Impulsreferat. Das Thema Sicherheit hat für Raiffeisen OÖ einen besonders hohen Stellenwert: „Sicherheit ist eines der wichtigsten Grundbedürfnisse sowie eine Grundvoraussetzung für eine hohe Lebensqualität.  Wir verstehen uns aber nicht nur in Bezug auf finanzielle Angelegenheiten als sichere Bank, sondern wollen darüber hinaus generell einen Beitrag zur öffentlichen Sicherheit leisten.“ Die Rahmenbedingungen für die Sicherheit einer Bank haben sich laut Schaller in den letzten Jahren verändert. So sei das Thema Cyber-Security besonders im Blickpunkt und rücke durch die fortschreitende Digitalisierung noch stärker in den Fokus. „Bei diesem Thema setzen wir auch verstärkt auf die Kommunikation mit unseren Kunden und informieren laufend über aktuelle Bedrohungen wie Phishing-Mails oder Schadprogramme.“

zur Bildergalerie der Veranstaltung

 

(Fotocredit: RLB OÖ/Strobl, honorarfrei)

21. Raiffeisen Sicherheitspreis verliehen

Preisträger des 21. Raiffeisen Sicherheitspreises mit dem stv. Landespolizeidirektor OÖ Alois Lißl, RLB OÖ-Generaldirektor Dr. Heinrich Schaller, Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka und Landespolizeidirektor OÖ Andreas Pilsl

 

Download in Druckauflösung